Moin, oder ab jetzt: howdy

May 2, 2009 – 3:36 pm

mittlerweile sind knapp 4 Wochen seit meiner Einreise vergangen, die Zeit war gut, aber auch stressig und so blieb wenig Gelegenheit zum bloggen.

Was bisher geschah…

Wie ihr seht, habe ich mein Keyboard auf ein US layout umgestellt, wer ein y an falscher Stelle findet, darf es gegen ein z tauschen (und umgekehrt ;), Umlaute sind komplett aus… meine Finger muessen sich noch gewoehnen.

Gutes Stichwort… eingewoehnen… das habe ich und das haben wir in den letzten 4 Wochen reichlich gemacht.

Meine Eingewoehnung ging im Buero los… wie ist die Vorwahl, um eine externe Leitung zu bekommen? Und international? Wie drucke ich? Warum sperre ich mich selbst aus, wenn ich die Buerotuer zu ziehe und meinen Schluessel darin liegen habe? Warum laeuft bei Schneefall aussen die Klima im Buero? Warum schneit es eigentlich? Wann gewoehnen sich meine Schleimhaeute endlich an die trockene Klimaanlagenluft? Wie funktionieren Waschmaschine & Trockner? Warum schrumpft der Trockner meine wenigen verbliebenen Waeschestuecke auf Kindergroesse? Wo kauft man am besten ein Auto? Warum bekommt man hier ohne Sozialversicherungsnummer rein garnichts… etc pp, die Liste liesse sich noch beliebig fortsetzen.

In der ersten Woche war das obengenannte Neue, die Arbeit und alles etwas ueberwaeltigend, mittlerweile hat sich vieles aber eingespielt – ueberwaeltigend muss im uebrigen nicht unbedingt negativ verstanden werden.

Eines der ersten Dinge, die ich hier gemacht habe, war ein Antrag fuer die sog. SSN (obige Soyialversicherungsnummer) zu stellen. Ohne die geht hier nichts, rein gar nichts. Zumindest wenn es mit Geld und einer Bank zu tun hat. So hatte ich dann, als meine erste (zweiwoechentliche) Gehaltszahlung anstand, mir dann auch erst mal in Ermangelung eines Kontos meinen Gehaltsscheck abgeholt. Ganz klassisch, ein Papierscheck, der zur Abholung bei Novell Security hinterlegt war. Damit bin ich dann brav zur Bank hier auf dem Campus und habe mir mein erstes Gehalt auszahlen lassen, in kleinen, nichtnummerierten Scheinen.
Da wir ja bekannterweise mitten in den Hochzeitsvorbereitungen stecken, haben wir auch mein sauer verdientes Geld alsbald wieder mit vollen Haenden ausgegeben. Seid gewarnt: Heiraten ist teuer, auch wenn man mit einer Geizhalsattituede wie meiner rangeht ;)

Wir versuchen natuerlich trotzdem dem ganzen etwas Positives abzugewinnen und Synergien zu erschliessen. Kurzum, wir verzichten hier in Utah auf die Hochzeitsmusiker und haben uns und unseren Gaesten eine Wii samt GuitarHero zur abendlichen Beschallung der Feierlichkeit zugelegt :)

Service… meine Ansprueche an Verkaeufer sind niedrig, ich habe mich sogar schon damit abgefunden, dass sogenannte “trained sales specialists” bzw deren Elite, die “certified sales specialists” eine Produktberatung auf das Ablesen von Kartonaufdrucken beschraenken. In Zeiten des (mobilen) Internet nur selten noch ein Problem. Auch dass beim Summieren von glatten Betraegen, sagen wir mal sicherheitshalber, der Taschenrechner gezueckt wird, ist mittlerweile akzeptabel. Was mich aber echt erschreckt hatte war die Tatsache, dass ich durch einfaches Nachfragen uns bereits 2000 (jap, Tausend!) USD gespart habe. Keine Frage, dass “certified sales specialists” derzeit mein Schimpfwort #1 ist. Ein Beispiel, dass mich noch immer erheitert:

gegeben: Produktpreis A, Produktpreis B, zu leistende, voll anzurechnende Anzahlung Z
gesucht: zu leistende Zahlung bei Abholung X

vorgeschlagene Lsg: A + B + Z = X (wers nicht sieht, die richtige Lsg lautet: A + B – Z
= X)

Nach meiner Nachfrage ist die gute etwas nervoes geworden, hat gestammelt, dass sie in Mathe nicht so gut sei und kam dann mit folgendem:

vorgeschlagene Lsg: A + B – 2Z = X

da habe ich dann nicht mehr nachgefragt, sondern grinsend zugesagt ;)

Meine Arbeitstage haben sich nun auch langsam eingespielt. Durch die geographische/yeitliche Lage meiner Teams bedingt fangen meine Tage so zwischen 6 & 7 morgens an und ich bin dann erstmal fuer 2-3 Stunden am Telefon. Hoert sich erstmal doof an, aber ein entspannter Morgen auf der Terasse mit Meetings, bei denen man hauptsaechlich zuhoert, hat was fuer sich… besonders wenn die Sonne (mittlerweile) scheint. Das gute daran ist, dass meine Tage (potentiell) entsprechend frueh aufhoeren. Ich stelle fest, dass der Genuss von Tageslicht durchaus auch nach Arbeitsende moeglich ist.

Mittlerweile habe ich dann auch die meisten der wichtigen Kommunikationskanaele (skype: olli_ries, private Email, handy, calling card, voip, etc) aufgesetzt. Die Firma hat mich hier mit einem Mobiltelefon versorgt (+1-801-XXX-XXXX auf Anfrage) und ich verstehe nicht, wie ich bisher ohne Blackberry leben konnte. Mein Laptop bleibt nun durchaus oefters aus (schont den Akku und ist somit gut fuer die Umwelt, oder so).

Umwelt… das naechste gute Stichwort. Nach langen Diskussionen sind Sara und ich uebereingekommen, auch zum Umweltschutz beizutragen. Aus diesem Grund haben wir uns fuer das kleinere Auto (V6, 4liter, 320PS) entschieden, welches wir dann auch gekauft haben. Das ist mein lang ersehnter (ca 2 Wochen;) Schluessel in die Unabhaengigkeit – ohne eigenes Auto geht hier nichts, rein garnichts (Fahrrad fiel letzte Woche zum einen wegen Nichtbesitz eines solchen und zum anderen wegen 20cm Neuschnee als Alternative weg).

Der Neuschnee hat eine kleinere Spur der Verwuestung im Garten hinterlassen – suche fleissige Helfer mit Kettensaegenerfahrung & Kettensaege, die einen Baum faellen koennen. Der wasserdurchsetzte Schnee war vielen Baeumen in der Gegend zu viel.

Wie oben schonmal angesprochen laufen die Hochzeitsvorbereitungen auf Hochtouren, lediglich kleinere Details wie Ringe & Blumen fehlen. Aber wir sehen das eher gelassen, gefaellt mir sehr gut.

Ansonsten betaetigen wir uns gewohnt sportlich – ich habe Sara am Samstag beim erfolgreichen Absolvieren des Salt Lake City Halbmarathons zugesehen. Ich war hinterher so erschoepft, dass mir das Bier zum Mittagessen nicht richtig schmecken wollte.

Nach 2 Wochen sind dann auch meine 2 versendeten Karton angekommen, welche ich heute abholen konnte. Ich muss gestehen, die 120 Euro waren sinnvoll investiert. Wider allem Erwarten waren die Kartons in ca 2 Wochen hier und voellig unversehrt. Beide Whiskeyflaschen haben es heil ueberlebt, weiter war ich mit dem Auspacken auch noch nicht gekommen – Slinte mhaith! Prost!

Demnaechst kommen die ersten Gaeste an – was natuerlich bedeutet, dass das Haus auf Vordermann gebracht werden will, der Zaun neu gesetzt werden muss (weniger fuer die Gaeste als mehr fuer den Hund, der sonst staendig die Nachbarschaft erkundet), Einkaeufe getaetigt, etc pp.

Letzten Dienstag hatten wir dann auch endlich die langersehnte und hart erkaempfte Verkostung in unserem Hochzeitsrestaurant. Unsere EventPlanerin saugt noch immer, zumindest ist nun die Befuerchtung, das Essen koennte auch noch mies sein (wie der Service), ausgeraeumt… es war sehr yummy!

maennlicher Blickwinkel: Die Hochzeitsvorbereitungen sind nun eigentlich so gut wie abgeschlossen.
weiblicher Blickwinkel: Wir haben noch keine Servietten, keine Bordueren, keine Menues, keine Uebersetzung fuer das Buffet, keine Servierplatten, hast du an dies und das gedacht und ueberhaupt…

… ich wuerd sagen: et laeuft ;)

geschuldete und vielversprochen Bilder gibt es demnaechst… ich kaempfe noch mit dem Datenmenge vs. Upstreambandbreitenproblem.

So wie ich mich kenne ist das mein letzter Eintrag als unabhaengiger, freier Mensch :) und das ist gut so